DIE KULTUR

Sie können die Wurzeln der blühenden griechischen Kultur (vor allem der Musik, des Theaters, der Literatur und der Architektur) auf der Insel Korfu der besonderen historischen Vergangenheit finden.
Die Abwesenheit der türkischen Herrschaft, die das ganze Ägäische Meer terrorisierte, und der Einfluß der byzantinischen und venezianischen Kultur erlaubten, dass eine Kultur sich entwickelte, die mit der Tradition verbunden war aber die sich mit den Sitten der anderen Kulturen bereichte.
In der Vergangenheit stellte sie den Kern des kulturellen Wiederaufblühens, wo sich Maler, Dichter und Künstler versammelten und Kulturvereine wie die Lesegesellschaft und die Ionische Akademie gründeten.
Unter diesen finden wir sicherlich Dionisios Solomos, Polilas und Markoras.
Der Komponist Mantzaros gründete eine moderne Musikschule und auch die erste Musikbande.
Später werden wir einige kulturelle Aspekte Korfus (die Literatur, die Kunst, die Musik, das Theater und die Architektur) getrennt beschreiben.


LITERATUR
Mit der Ankunft von Dionisios Solomos auf der Insel Korfu wurden die Basis für einen Kulturverein im Jahr 1828 gelegt, der die griechische moderne Literatur fördern sollte. Deshalb wurde eine Ionische Schule gründet, die sich in allen Ionischen Inseln verbreitete.
Obwohl die Venezianer das Kulturwachstum nicht förderten, entschieden viele Korfioten, nach Italien zu fahren. Ihres Ziel bestand darin, die Kultur zu lernen und die Bildung in der Heimat zu verbreiten.
Die Kulturvereine behandelten viele Debatten und die wichtigste von diesen war die Entscheidung der offiziellen Sprache der Literatur: das Demotiki (die Sprache des Volks) oder das Katharevousa (die aus dem Altgriechisch stammende Sprache).
Solomos und die Mehrheit der Schriftsteller zugten das Demotiki bevor und schrieben nur in dieser Sprache.
Hier folgen einige Persönlichkeiten, die die Literatur in Korfu beeinflußten:
- Sophianos, der bekannt ist, weil er zahlreiche Bücher aus dem Altgriechische
übersetzte.
- Der Historiker Marmoras (1618-1684), der erstens die Geschichte der Insel
schrieb.
- Die Historiker Moustoxydis und Romanos
- Der Philosoph und Mathematiker Voulgaris (1716-1806)
- Der Theologe, Mathematiker und Schriftsteller Theotokis (1731-1800), der
erstens die Naturwissenschaften in Griechenland einführte und die Werke von
Shakespeare übersetzte.
- Der Dichter Pieris (1776-1852)
- Der Literat Delviniotis (1770-1850), der berühmt für seine Übersetzung der
Odyssee ins Italienisch war.
- Der Dichter D. Solomos (1798-1857) der die Wörter der "Hymne an die Freiheit" schrieb, die zur griechischen Nationalhymne wurde.
- Der Philosoph Brailas-Armenis, der darum kämpfte, damit das moderne
Griechisch zur offiziellen Sprache der Veröffentlichung in der Ionischen Regierung wurde.
- Der Literaturkritiker Kalosgouros, der für seine Übersetzungen sehr bekannt ist.
- Der Dichter Mavilis, der zahlreiche Sonette schrieb und die Werke von Byron,
Shelley, Schiller und andere übersetzte.
- Der Medizinprofessor Zavitzianos (1810-1881), Verfasser von vielen
Medizinbüchern. Er gründete auch die erste private Mädchenschule.
Heute wird die literarische Tradition von drei Institutionen auf der Insel Korfu
vorangetrieben: die Studiengesellschaft von Korfu, die Universität und die Lesegesellschaft.


DIE KUNST
Die Kunst wurde in Korfu von den verschiedenen Herrschaften und von vielen Künstlern beinflusst, die mit sich ihre Kenntnisse gebracht haben.
Die erste Keramik Korfus in geometrischem Stil lehnt sich an die korinthischen Keramiken an, aber im 6. Jahrhundert v.C. beginnen die erste Werke mit korfiotischem Stil, der sich an die Korinther nicht mehr anlehnt.
In der folgenden klassischen Zeit beschäftigten sich die Bildhauer vor allem mit der menschlichen Figur und studierten die Proportionen.
Die ellensche Zeit fokussierte sich auf den Realismus der Gemälde und der Skulpturen, während die Maler der byzantinischen Zeit die Innenseiten der Kirchen vor allem mit religiösen Themen malten.
Im 16. Jahrhundert, in dem ein künstlerisches Wachstum auf der Insel begann, flohen viele Maler der “Kretischen Schule” von ihrer Insel wegen der türkischen Invasion. Sie flüchten in Korfu und brachten ihre Werke mit sich.
Auch heute können Sie in vielen Kirchen der Insel und im Byzantinischen Museum die Ikonen sehen, die von den Künstlern der “Kretischen Schule” M. Damaskinos, J. Palladas, E. Lambardos, G. Kotzias und G. Kortezas gemalt wurden.
Im folgenden Jahrhundert waren die wichtigsten Namen der Malerei auf der Insel E. Tzanes und T. Poulakis.
Emmanuel Tzanes wurde in Kreta geboren aber hat in Korfu von 1646 bis 1655 gelebt. Deshalb befinden sich viele Werke in der Kirche St. Jason und Sosipatro (5 Ikonen), St. Nikolaus der Alten, Jungfrau der Fremden und St. Georg in der alten Festung (6 Ikonen), und auch im Byzantinischen Museum.
Auch Theodore Poulakis stammte aus Kreta und kam in Korfu in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Seine Werke befinden sich im Byzantinischen Museum, in einer Kirche in Kassiopi und im Kloster der Jungfrau Platytera.
Das 18. Jahrhundert wurde vom neuen Einfluss der Venezianer auf die Kunst und vom Ende der orthodoxen Tradition der religiösen Gemälde gekennzeichnet.
Zahlreiche Maler zeichnen sich aus aber P. Doxaras ist als der Gründer der “Malschule der Ionen” betrachtet, in der sich die Malerei von der byzantinischen Tradition endgültig trennt.
Doxaras ist auch der Erfinder der Ölmalerei und sein größtes Werk war die Dekoration der Decke der Kirche St. Spiridon.
Unter den Bildhauern findet man P. Prosalentis, den ersten Künstler mit einem klassizistischen Stil im modernen Griechenland, und J. Kalosgouros, der die Büste der Grafin Helen Mocenigo aus Marmor gemeißelt hat.
Unter den Künstlern, die die Tradition des vergangenen Jahrhunderts bis heute überliefern, findet man den Bildhauer D. Veyias, der erstens die Gravierkunst ausübte, den Landschaftsmaler C. Pachis, der eine Malschule gründete, den auf Wasserfarben spezialisierten Maler A. Giallinas, den Portmäler G. Samartzis, dessen Stil das den französischen Postimpressionismus erinnert, und den Bildhauer-Maler M. Zavitsianos, der durch seine Lithographien hervorragt.


ARCHITEKTUR
Die ersten Beispiele für Architektur lehnten sich an die Korinther an; in der Halbinseln Kanoni befinden sich die Reste der Rundgrab von Mencrates und zahlreicher dorischer Tempel.
Die Dekorationen (wie der Fries der Meduse und der in Stein gemeißelte Löwe), die sich einmal in diesen Gebäuden befanden, findet man heute im Archäologischen Museum.
Während der byzantinischen Herrschaft wurden viele Kirchen in byzantinischem Stil mit einer von vier Bögen getragenen Zentralkuppel, mit kleinen Kuppeln in den vier Winkeln und drei Apsiden gebaut.
Wenige Kirchen überlebten die Erdbeben, die die Insel erschüttert haben.
Heute findet man auf der Insel verschiedene Arte von alten Gebäuden.
Die Mehrheit der Häuser auf dem Land ist sehr einfach. Sie wurden aus Stein, mit dem abfallenden Dach aus Holz, einstöckig oder zweistöckig gebaut.
Es handelt sich um die typischen Häusern in byzantinischem Stil, die später von äußeren statt inneren Treppen und immer größeren Veranden gekennzeichnet waren, wo die Korfioten die heißesten Stunden des Tages kühl verbringen konnten.
Nach dem Anschluss der Ionischen Inseln an Griechenland verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Insel, die zur Verbesserung der Architektur führte.
Man begann, die Häuser mit klassizistischen Elementen und Arkaden zu dekorieren, die ihnen einen gewählten Aspekt verliehen.
Die Altstadt Korfus hat hingegen eine verschiedene Geschichte erlebt.
Die erste Stadt Korfu, die im 13. Jahrhundert gebaut wurde, existiert nicht mehr außer wenigen Resten in der jetzigen Paleopolis: die derzeitige Altstadt geht auf die venezianische und englische Zeit zurück.
Diese Gebäude erlebten viele Kriege, Belagerungen und die Armut, die jahrelang die Geschichte kennzeichneten.
Die venezianischen Gebäude wurden auf kleinen Grundstücken gebaut.
Deshalb sind sie mehrstöckig, haben einfache Formen und schmucklose Fassaden, besitzen keinen Hof, keinen Flur und keine Toiletten, um den Platz besser zu nutzen. Man erkennt noch heute die symmetrischen angeordneten Fenster, die Tore, die Arkaden, die Balkone aus Stein, die Fensterläden mit grünen Blendrahmen und die weißen Kranzgesimse.
Die Gebäude für die Adligen besitzen einen gepflegten architektonischen Stil und Sie können sie von den gemeißelten Toren, den mächtigen Kranzgesimsen und anderen Dekorationen erkennen.
Im Vergleich zu den venezianischen Häusern sind die englischen Paläste höher und gepflegter geplant und gebaut.
Man findet nämlich auch das Vorzimmer des Badezimmers.
Außer den Gebäuden liegen auch zahlreiche Kirchen in der Stadt, die meistens zwischen 1550 und 1750 gebaut wurden. Es handelt sich um Basiliken mit einem Schiff (selten mit drei Schiffen), mit holzigem Dach, Altar und Galerie.
Besonders sind die Glockentürme und die Decken des Hauptschiffes, die mit vergoldeten Rahmen dekoriert sind. Auf der Innenseite der Rahmen sind Gemälde mit religiösen Szenen dargestellt.
Unter den zahlreichen Architekten, die in Korfu tätig waren, nennen wir den behrühmten J. Chronis. Er plante das Kapodistrias Haus, das Ionische Parlament, die Ionische Bank, viele private Gebäude sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, die Kirche St. Sophie und die Kirche Mandrakina.


MUSIK
Die Leidenschaft der Korfioten für die Musik stammt aus der fernen Vergangenheit, da musikalische Vorstellungen schon im Laufe der venezianischen Herrschaft auf den Plätzen statt fanden.
Die in Korfu gespielte und gesungene Musik ist eine Kombination von griechischen und byzantinischen Elementen mit einem venezianischen und englischen Einfluss.
In Korfu bestehen Ständchen, Volkslieder, religiöse Hymnen, Folkmusik und Opern miteinander.
Die Venezianer führten die Oper ein und 1733 weihten sie mit einer Musikvorstellung das erste Theater ein, das St. Jakob wie die nebeneinander liegende Kirche (das heutige Rathaus) genannt wurde.
Im Laufe des englischen Protektorats wurde die erste Musikschule von N. Mantzaros geöffnet, der ssehr berühmt ist, weil er die Melodie für das Gedicht von D. Solomos komponiert hatte.
Diese Melodie wurde nämlich zur griechischen Nationalhymne.
Mantzaros komponierte viele Symphonien aber er liebte den Lehrerberuf und unter seinen zahlreichen Studenten nennen wir S. Xyndas, den Komponisten der ersten griechischen Oper.
Danach folgten andere wichtigen Komponisten in Korfu, wie Samaras, Mitbegründer der Italienischen Opernschule und Komponist der Hymne für die Olympischen Spiele von Athen 1896, und später die Brüder Kaisaris, die zuerst eine Militärfanfare in Griechenland schufen.
Die erste Musikstiftung Korfus „die Philharmoniegesellschaft von Korfu“ wurde im Jahr 1840 gegründet und seine erste Aufführung fand nach einem Jahr während der Prozession von St. Spiridon statt.
Der wichtigste Grund, der zur Schaffung der ersten Philharmonie führte, bestand in der Ablehnung der Engländer, im Laufe der orthodoxen Prozessionen zu spielen.
Nach 50 Jahren wurde die “Philharmoniegesellschaft Mantzaros" geschaffen und im Jahr 1980 wurde der „Philharmonieverein Capodistrias” gegründet. Heutzutage beträgt ihre Zahl 18 auf der gesamten Insel.
Außer den berühmten Philharmoniegesellschaften befinden sich verschiedene Chöre in Korfu, wie der Gemeindechor, das Ständchen Korfus und der Chor Korfus, der aus 50 Elementen besteht und sich im gesamten Griechenland und auch im Ausland vorstellte.
Das Repertoire dieser Chöre umfasst Ständchen, klassische Lieder, die Opern, das Musical, Volkslieder, moderne und alte Lieder.
Auf der Insel befinden sich zwei Konservatorien, ein in der Stadt und ein in Lefkimmi.
Das Konservatorium Korfus ist das zweite wichtigste Konservatorium nach dem von Athen. Es umfasst verschiedene Schulen für den Gesang, die Komposition, die Blasinstrumente, die Streichinstrumente, die byzantinische kirchliche Musik und die Musikinformatik.
Die Musikkultur in Korfu ist lebendig und das wird von allen Institutionen auf der Insel bestätigt. Die Absicht ist, die Musiktradition fortzusetzen aber auch sich der modernen Musik und den neuen Instrumenten zu öffnen.


THEATER
Das erste Theater wurde im Jahr 1720 von den Venezianern in Korfu geöffnet.
Was heute das Rathaus beherbergt, stellte einmal die Loggia der Adligen dar, die zum Opernhaus „St. Jakob“ (der Name stammt aus dem katholischen Dom auf diesem Platz) wurde.
Die Korfioten liebten dieses Theaters so sehr, dass es auch während der Belagerung der russisch-türkischen Flotte 1798 offen und tätig blieb.
Im Jahr 1903 wurde das Theater St. Jakob zum Sitz des Rathauses Korfus und später wurde ein größeres Theater gebaut, das aber während des zweiten Weltkriegs zerstört wurde.
Heute finden die Aufführungen im Gemeindetheater und in den zwei Festungen der Stadt statt und auf der Insel finden Sie zahlreiche Theatervereine.
Unter den wichtigsten Vereinen findet man das Ballett Korfus (volkskundliche oder auf lokale Legenden basierende Ballette), die Bühne Korfus (die zahlreiche Dramen und die erste von einer nicht berufsmäßigen Theatergruppe aufgeführte Tragödie in Korfu inszenierte) und das Theaterlabor Phaiaken (eine junge Gruppe, die besondere und originelle Werke erproben).

 

 
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